ZULETZT AUSGESTELLT

Eckart Hahn: Der schwarze Duft der Schönheit

16. September bis 13. November 2011

Eckart Hahn hört beim Malen Hörbücher, vor allem schräge Erzählungen, schaurige Romane oder spannende Krimis. Dieser literarische Einfluss prägt Motive und Stimmungen seiner Bilder, deren poetisch-surreale Kraft die Betrachterin und den Betrachter in den Bann schlagen.

Als gegenständlich malender Künstler entwirft Hahn Szenerien, in denen die Wirklichkeit verfremdet wird. Menschen, Objekte, Tiere und Landschaften verschwinden in Plastiktüten, werden mit Farbe beworfen, gehen in Flammen auf, wechseln die Farbe oder ändern den Aggregatzustand. Der Bildhintergrund ist zumeist monochrom und zurückgenommen gestaltet, wodurch Hahn die Betrachterin und den Betrachter oft im Unklaren lässt, in welchen Räumen die Handlungen zu verorten sind. Der Fokus richtet sich dadurch auf die genauestens wiedergegebenen Bildmotive, deren Detailgenauigkeit einen geradezu haptischen Eindruck vermittelt. Der Künstler konstruiert so bühnenartige Szenerien, deren phantastische Elemente eine ganz eigene Wirklichkeit ausbilden.

Eckart Hahn verweist in seinen Bildern auf traditionelle kunsthistorische Gattungen und Motive wie Stillleben oder Historienmalerei, die Kreuzigung oder die Heilige Familie. Durch Verfremdungen werden diese in zeitgenössische Kontexte überführt. So setzen sich die Werke mit den Zwängen zivilisatorischen Lebens, mit Religion, Familie, sozialen Strukturen und deren Auflösungserscheinungen auseinander. In dramatischer Weise inszeniert Hahn seine märchenhaften, manchmal komischen, meist aber schonungslosen Darstellungen. Die Bilder loten die Grenze zwischen Traum und Alptraum aus, den Zwischenbereich zwischen Nacht und Tag, zwischen Irrationalem und Rationalem.

Die souveräne Bildmetaphorik gleicht nicht selten einem russischen Roulette. Kontextuelle Fallen konfrontieren den Betrachter unvermittelt mit dem Gewalttätigen, Grotesken und Absurden menschlichen Handelns. Dabei lassen sich die ramponierten Idyllen stets als Metaphern für unsere heutige Zeit verstehen.

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iRonic: Die feinsinnige Ironie der Kunst

02. Juli bis 04. September 2011

Ironie ist ein wesentlicher Bestandteil unserer verbalen und unserer visuellen Kommunikation. Sie begleitet uns im Umgang mit alltäglichen, großen oder kleinen Themen – und sie fordert die Komplizenschaft eines Gegenübers.

Ironie signalisiert lustvolle Intellektualität und spielerische Souveränität, taucht aber auch auf, wenn wir an bestimmte Grenzen stoßen, ganz gleich ob selbstgesetzt oder fremdbestimmt. Denn in der ironischen Haltung wird das Mögliche gegen das Wirkliche ausgespielt. „Die Wirklichkeit der Ironie ist bloße Möglichkeit“, wusste schon Kierkegaard und verweist auf die Gebrochenheit des modernen Bewusstseins.

Das Lächerliche sei die plötzliche Auflösung einer Erwartung in nichts, sagte der Aufklärer Kant. Das Lächerliche ist dem Ironischen implizit – doch Ironie ist weitaus komplexer. „Ironie ist eben nichts anderes, als dieses Erstaunen des denkenden Geistes über sich selbst, was sich oft in ein leises Lächeln auflöst“, sagte der Romantiker Schlegel und umschreibt Ironie ganz poetisch als „transzendentale Buffonerie“.

Heute schlägt Ironie einen wesentlich härteren Takt an und schleust in unser auf Kausalität getrimmtes Denken den Aspekt der „legitimen Willkür“. (Diederichsen) Ironie umfasst gleichermaßen Übertreibung und Untertreibung, Bedeutungsauflösung und Bedeutungsaufladung. Ironie untergräbt und schafft Distanz im gleichen Atemzug. Charakteristisch ist ihre Ortlosigkeit: Ironie beinhaltet die Möglichkeit der Überschreitung und zugleich der Vereinigung.

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