ZULETZT AUSGESTELLT

Dicker als Wasser. Konzepte des Familiären in der zeitgenössischen Kunst

24. September bis 27. November 2016

Familie muss angesichts sich wandelnder Realitäten neu gedacht werden. Was genau macht eine Familie im Kern aus?

Die gesellschaftlichen Debatten darum sind neben Werte- und Generationenkonflikten zunehmend von der Entwicklung neuer Technologien wie der künstlichen Befruchtung oder Leihmutterschaft sowie alternativer Lebensentwürfe geprägt. Statt sich biologisch zu legitimieren, kann Familie als Prozess, als doing family, bezeichnet werden. Wechselseitig beeinflussen sich somit Entwicklungen von Lebensgemeinschaften und Gesellschaft und führen zu der Frage, ob der Begriff Familie individuell ausgedeutet und mit allen möglichen Formen des Zusammenlebens gefüllt werden kann. So sind Familienangelegenheiten eben nicht nur privater, sondern auch politischer Natur. Sie sind Ausdruck sich verändernder Sozialstrukturen und sich vervielfältigender Vorstellungen von Familie.

Die internationale Gruppenausstellung Dicker als Wasser beleuchtet das Thema in Fotografie, Video, Installation und Performance. Welche Bedeutung hat Familie angesichts globalisierter Arbeitsbedingungen und pluralisierter Lebensformen heute noch? Inwiefern ersetzen Netzwerke und Freunde klassische Familienstrukturen? Wie muss eine Gruppe auftreten, um von anderen als Familie wahrgenommen zu werden? Ist Familie heutzutage allein eine Sache freier Entscheidung und nicht mehr nur des genetischen Zufalls? Die Künstlerinnen und Künstler reflektieren aus der Distanz oder persönlich involviert den gegenwärtigen Status von Familie.

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Johannes Vogl. Machinery Misfits

17. Juli bis 04. September 2016

Johannes Vogl (*1981) baut aus alltäglichen Dingen recht eigensinnige Skulpturen und Maschinen. Auf einem Wellblechdach rotieren Metallstangen, die Kabelbinder wie Regentropfen trommeln lassen. Ein mit einer Pendeluhr ausgestatteter Diaprojektor lässt den Mond auf- und untergehen und eine Brille mit Plastikfläschchen wird von einer Seh- zu einer Weinhilfe.

Die Gegenstände sind in ihrer äußeren Erscheinung kaum verändert. Die Ästhetik der Arbeiten ist dem Material entsprechend meist rau, grob belassen und unpoliert. Die künstlerische Transformation der Dinge geschieht durch eine Umdeutung ihrer Funktion oder Veränderung ihrer Funktionsweise. Die Gegenstände und Apparate dienen nicht mehr dem Menschen, erfüllen keine sinnvollen Aufgaben, sondern befinden sich in endlosen Loops und monotonen Selbstgesprächen. Der Titel Machinery Misfits charakterisiert die Arbeiten als maschinelle Außenseiter, als Sonderlinge, die ihren eigenen Regeln folgen. Der Betrachter wird angelockt vom Schein des Vertrauten und im nächsten Moment verwundert zurück gewiesen. Das Verhältnis von Mensch und Skulptur, Subjekt und Objekt, Beobachter und Beobachtetem verschiebt sich zugunsten der Dingwelt. Die Objekte sind nicht mehr nur passive Gebrauchsgegenstände, sondern entwickeln eine sonderbare Eigendynamik und innere Logik.

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