Vorträge

Vorträge

Dienstag, 22.05.2012, 20.30 Uhr
Robert Musil „Das Fliegenpapier“
 
Vortrag von Prof. Dr. Eckart Liebau

Robert Musils kleiner Text Das Fliegenpapier (1914), einer der Schlüsseltexte des 20. Jahrhunderts, handelt von berauschender Verführung und vom systemischen Töten. Der Text lässt viele Lesarten zu. Er lässt sich auch lesen als Ausblick auf das 20. Jahrhundert, auf eine Moderne, die den mit Verführung verknüpften systemischen Massenmord auf immer neue Weise hervorgebracht hat.
Zur Person: Prof. Dr. Eckart Liebau ist seit 1992 Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik II der FAU Erlangen-Nürnberg (seit 2010 zugleich UNESCO-Lehrstuhl für Kulturelle Bildung). Er studierte Soziologie, Pädagogik, Politik und Geschichte in Göttingen und München. 1979 erfolgte die Promotion im Fach Pädagogik in Göttingen und 1987 die Habilitation in Hamburg. Er ist Gründungsmitglied und Sprecher des Interdisziplinären Zentrums Ästhetische Bildung in Erlangen sowie Leiter der Akademie für Schultheater und Theaterpädagogik.

Dienstag, 22. Mai 2012, 20.30 Uhr
Ort: Innenhof, Kunstpalais Erlangen
Eintritt frei

Mittwoch, 23.05.2012, 20.00 Uhr
Warum töten Menschen sich selbst? Erklärungsversuche der Frühen Neuzeit
 
Vortrag von Dr. Alexander Kästner

Selbsttötungen hinterlassen häufig ein emotionales Gefühl der Leere und eine gedankliche Starre. Die Handlung selbst ist für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar. Dennoch versuchen wir zu ergründen, warum sich andere Menschen das Leben nehmen. Was wissen wir überhaupt über mögliche Suizidursachen, -motive und -anlässe? Die moderne Wissenschaft vermag vieles zu erklären, auch wenn ihre Erklärungen sowohl für Trauernde als auch für Unbeteiligte nicht immer verständlich oder hilfreich sein müssen.
Noch schwieriger wird es, wenn wir danach fragen, warum sich Menschen in früheren Zeiten das Leben nahmen. Am Beispiel von Quellen aus der Frühen Neuzeit soll gezeigt werden, dass wir in historischer Perspektive vor allem mit den Versuchen von Menschen konfrontiert
sind, das nicht Nachvollziehbare verstehen zu wollen und ihm einen Sinn zu geben. Diese Sinnzuschreibungen werden im Vortrag als ein Spiegel gesellschaftlich und kulturell geteilter
Deutungsmöglichkeiten verstanden, die uns über das engere Thema hinaus Einblicke in die Befindlichkeiten vergangener (und gegenwärtiger) Gesellschaften ermöglichen.

Zur Person: Dr. Alexander Kästner ist seit 2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Technischen Universität Dresden. Er studierte an der TU Dresden Geschichte und Gemeinwesen für das Höhere Lehramt an Gymnasien. 2010 promovierte er bei Prof. Dr. Gerd Schwerthoff mit der Arbeit „Tödliche Geschichte(n). Selbsttötungen in Kursachsen im Spannungsfeld von Normen und Praktiken (1547–1815)“.

Mittwoch, 23. Mai 2012, 20 Uhr
Ort: Innenhof, Kunstpalais Erlangen
Eintritt frei

Kalender
MODIMIDOFRSASO
010203040506
07080910111213
14151617181920
21222324252627
28293031