Sammlung

Allan D'Arcangelo

* 16. Juni 1930 in Buffalo, USA; † 17. Dezember 1998 in New York City, USA

Werke in der Städtischen Sammlung Erlangen

  • Landscape, 1969

Beschreibung

Siebdruck auf Karton
Maße: 65 x 57 cm
Signatur, Datierung, Nummerierung: signiert und datiert rechts unten, nummeriert links unten
Exemplar-Nummer: 113/120
Inventar-Nummer: 1002113  

 

Der New Yorker Künstler Allan D’Arcangelo beschäftigte sich in seinen Bildern zeitlebens mit der amerikanischen Landschaft und der Highway-Kultur und benutzte dabei die Stilmittel der Pop Art und des Colour Field Painting.1 Er setzte die Logos von Markennamen, Tankstellen und Zeichen der Straßenbeschilderung auf sehr großflächige homogene Farbfelder, die in wenigen kräftigen Farben hart voneinander abgegrenzt sind. In dem Werk Landscape werden drei im Vordergrund stehende farbige Verkehrszeichen durch ihre in etwas dunkleren Blautönen gegebenen Schattenflächen vor einem hellblauen Hintergrund hervorgehoben. Zwei breite, horizontal liegende und in kräftig leuchtendem Gelb und Rot schräg gestreifte Absperrplanken treffen in der Mitte des Bildes vor einer schmaleren, fast senkrecht stehenden Planke zusammen. Sie führen den Blick an allen vier Seiten über den Bildraum hinaus. Diese Schilder dienen im Verkehrsalltag zur Straßenbegrenzung und verweisen durch ihre Signalfarben auf Gefahrenstellen. Die räumlich unbestimmte Anordnung in leichter Aufsicht vermittelt dem Betrachter den Eindruck, vor einem für ihn nicht zugänglichen Bereich zu stehen, zugleich vermittelt die Abgrenzung eine Vorstellung von unendlicher Weite.
D’Arcangelo reduziert die seit der Kindheit in seiner Erinnerung gespeicherten Motive der Highways auf ihre einfachsten und wesentlichsten Formen und führt so die Verkehrszeichen und -signale zurück in die Kunst, der sie ursprünglich auch entstammen. Besonders die abstrakte Kunst der Niederländer Piet Mondrian und Theo van Doesburg, die ihre Bilder elementar vereinfachten und auf Farbfelder in den Grundfarben Blau, Gelb und Rot reduzierten, trug zum heutigen Aussehen der Verkehrszeichen bei und bestimmte deren einfache geometrische Formen.2 Ihre Funktion für eine Reglementierung des Verkehrs wird von D’Arcangelo in der freien Anordnung durchbrochen.
TINA KAISER  

1 Kat. der Ausst. Allan D’Arcangelo. Gegenverkehr. Zentrum für aktuelle Kunst, Aachen 1969; Kat. der Ausst. Printmaking in the Pop Era. The Museum of Modern Art, New York 1999.
2 Martin Krampen, Geschichte der Straßenverkehrszeichen. Diachronische Analyse eines Zeichensystems. Tübingen 1988, S.78 (Konferenz in Den Haag); Kees Broos, Mondriaan. De Stijl en de nieuwe typografie, Amsterdam 1994.

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