KOMMENDE AUSSTELLUNG

Alona Rodeh. Architecture of the Nights

Eröffnung: 15. März 2019
Ausstellung: 16. März - 10. Juni 2019

Die Installationen von Alona Rodeh (*1979 in Nahariya, Israel) sind nicht selten durchkomponierte Gesamtkunstwerke, in denen die Grenzen zwischen Video, Skulptur, Foto und Lichtkunst fließend werden. Sie setzt sich in ihren Arbeiten mit ästhetischen Entscheidungen der Öffentlichkeit auseinander und reflektiert kulturelle Phänomene mit einer lebhaften Bildsprache. Neben LEDs, wie sie in Fahrzeugen oder architektonischen Elementen verbaut werden, kommen oft reflektierende Materialien in ihren Werken zum Einsatz.


Rodeh, die in Tel Aviv, London und Wien studiert hat, entwickelte in den letzten Jahren ein besonderes künstlerisches Interesse an Ästhetiken, die mit den Bereichen Sicherheit und Sichtbarkeit zu tun haben: leuchtende Kennzeichnungen von Notausgängen etwa, die es jemandem in einem brennenden Gebäude ermöglichen sollen, den kürzesten Weg in Sicherheit zu finden. Oder high visibility clothing, wie sie von Rettungskräften getragen wird. Die Feuerwehr etwa, die mit feuerfesten, reflektierenden Overalls Brände bekämpfen muss, spielt in mehreren Arbeiten der Künstlerin sogar eine Hauptrolle. Im israelischen Jaffa und in Berlin, wo Rodeh mittlerweile lebt, fing sie in collageartigen Bildern Eindrücke aus lokalen Feuerwachen auf und verarbeitete diese zu atmosphärisch aufgeladenen Videos.


In ihrer Ausstellung im Kunstpalais, die den Titel Architecture of the Nights trägt, beschäftigt sich Rodeh thematisch verstärkt mit Licht – sowie mit dessen Abwesenheit. Ausgehend vom Begriff der „Architecture of the Night“, der 1930 durch den amerikanischen Architekten Raymond Hood mit Bezug auf die damals neuen technischen Beleuchtungsmöglichkeiten geprägt wurde, entwickelt die Künstlerin raumübergreifende Installationen, in denen verschiedenste Referenzen an die nächtlichen Lichter der Stadt anklingen werden.


Neue, eigens für das Kunstpalais angefertigte Werke werden dabei durch bereits existierende Arbeiten thematisch passend ergänzt. Zur Ausstellung erscheint darüber hinaus ein umfangreicher Katalog, in dem Alona Rodeh die Tradition ihrer bisherigen Künstlerpublikationen fortschreibt: Eingeladene Autor*innen aus den Bereichen Wissenschaft und Kunst nehmen sich der Themenwelt der Künstlerin an und erweitern sie um Textbeiträge aus dem aktuellen Forschungskontext.


 


Abb.: Alona Rodeh, The Curves of Jaffa, 2017, Straßenmarkierungsfarbe auf Asphalt, ca 56 x 28 Meter,  © VG Bild-Kunst, Bonn 2018