KOMMENDE AUSSTELLUNG

Julian Charrière und Julius von Bismarck

Eröffnung: 01. Dezember 2018
Ausstellung: 02. Dezember - 31. März 2019

Julian Charrière und Julius von Bismarck sind jeweils herausragende Künstler. Sie sind beste Freunde. Und manchmal sind sie Partner in ihrer künstlerischen Arbeit. Die erste große Ausstellung dieser beiden als Duo findet nun Ende 2018 im Kunstpalais statt. Bei aller Unterschiedlichkeit und Eigenständigkeit ihrer Arbeiten vereint sie der Anspruch, mit ihrer Kunst eine intensive Reflexion über unser Verhältnis zur Natur und unseren Platz in der Gesellschaft anzustoßen. Beide arbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft.

Julian Charrière (*1987 in Morges, Schweiz) ist fasziniert von Geologie und Archäologie. Diese versteht er jedoch nicht rückwärtsgewandt: mit seinen Arbeiten analysiert er die Gegenwart – und taucht dafür tief in die Erde ein. So hat er für seine große Installation auf der Venedig Biennale 2017 aus der bolivianischen Salzwüste Salar de Uyuni Sedimente extrahiert und damit eine Salzsäulen-Landschaft gebaut. Mit diesen Grabungen in der Salzwüste nimmt Charrière Grabungen am selben Ort weit größeren Ausmaßes vorweg, denn die Salzwüste ist zugleich das weltweit größte Lithium-Lager. Und Lithium wird mehr und mehr zum wichtigsten Rohstoff der digitalen Welt. So sind Charrières Future Fossil Spaces Zukunfts-Archäologien.

Julius von Bismarck (*1983 in Breisach am Rhein), der wie Julian Charrière bei Olafur Eliasson studiert hat, bezeichnet sich selbst als Möchtegern-Physiker. Bewegung, vor allem im Kreis, kennzeichnet viele seiner Arbeiten. So hat er etwa für die Art Basel Unlimited 2015 ein Egocentric System geschaffen: auf einer parabolförmigen Drehscheibe richtete er sich mit Matratze, Schreibtisch, Laptop und Essen ein und verbrachte die gesamte Laufzeit der Messe auf diesem Raum in ständiger Bewegung unter dem Einfluss von Gravitation und Zentrifugalkraft.
Mit anderen Arbeiten, etwa dem Video Irma über den Hurrikan in Florida, thematisiert er unseren Umgang mit der Natur und den Klimawandel. Als Künstler sieht sich von Bismarck in der gesellschaftlichen Verantwortung, das Bewusstsein für aktuelle Themen und Probleme zu schärfen. In seiner Werkserie „Punishment“ tat er das beispielsweise, indem er sagenhafte Orte – wie unter anderem die Alpen – höchstpersönlich auspeitschte.

Wenn beide Künstler zusammenarbeiten entstehen Werke, die gleichermaßen wissenschaftlich, sinnlich, kurios, auratisch, gelehrt, humorvoll und – im allerbesten Sinne – größenwahnsinnig sind.

 

Abb.: Julian Charrière und Julius von Bismarck, Some Pigeons Are More Equal Than Others (Suite of 27), 2012, © the artists, VG Bild-Kunst, Bonn, Germany