Mord und Totschlag. Ethik und Ästhetik eines Tabubruchs in der Literatur
Samstag, 19.05.2012
13.00 Uhr
Tagung im Rahmen des Elitestudiengangs Ethik der Textkulturen
Am 19. und 20. Mai 2012 veranstaltet der Elitestudiengang Ethik der Textkulturen in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalais eine Tagung zum Thema Mord und Totschlag. Ethik und Ästhetik eines Tabubruchs in der Literatur. Thema der Tagung ist die ethisch höchst brisante und gesellschaftlich relevante Frage, wie das Tabuthema Töten im Medium der Literatur, aber auch des Films behandelt wird und welche ästhetischen Darstellungsweisen erprobt und für tragbar gehalten werden. Schließlich wirft jegliche Thematisierung von Gewaltakten die brisante Frage auf, ob und in welcher Form diese Tabubrüche in ästhetischen Konstrukten überhaupt zur Darstellung gebracht werden können, ohne sie gleichzeitig fortzuschreiben und so gewissermaßen gesellschaftlich auch anzuerkennen und letztlich zu legitimieren. Gerade in einer aktuellen Lebenswirklichkeit, in der das Töten und der Diskurs darüber omnipräsent ist, scheint es dringend geboten, auch über die Möglichkeiten und Grenzen der künstlerischen Inszenierung von Gewaltakten zu reflektieren. Ergänzt wird das Programm der wissenschaftlichen Tagung durch eine Lesung und ein anschließendes Gespräch mit dem Autor Clemens Meyer, der sich in seinem 2010 erschienenen Erzählband „Gewalten. Ein Tagebuch“ (S. Fischer) aus literarischer Perspektive mit der Möglichkeit der Darstellbarkeit des Tötens auseinandersetzt.
Samstag, 19. Mai 2012
I. Gewalt als Rechtsbruch und Regelverstoß um 1800
13.00 – 14.00 Uhr Prof. Dr. Christine Lubkoll (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Erlangen): Rache, Rausch und Revolte: Tötungsakte bei Klinger und Kleist
14.00 – 15.00 Uhr PD Dr. phil. habil. Harald Neumeyer (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Bayreuth): Brinvillier – La Regnie – Cardillac. Serielles Töten in E.T.A. Hoffmanns Das Fräulein von Scuderi
15.00 – 16.00 Uhr Prof. Dr. Marion Schmaus (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Marburg): unzurechnungs- vs. schuldfähig. Der Täter in Literatur und Wissenschaft um 1800 (Schiller, E.T.A. Hoffmann, Büchner)
II. Gewalt als Grenzüberschreitung in visuellen Medien
16.30 – 17.30 Uhr Dr. Dennis Gräf (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Passau): Leichen als Zeichen. Zur Semiotik des Tötens in Literatur und Film anhand von Edgar-Wallace-Texten und -Verfilmungen
17.30 – 18.30 Uhr Prof. Dr. Dirk Kretzschmar (Komparatistik, Erlangen):
Töten intermedial – Literarischer Text, Film, PC-Game
20.15 Uhr Lesung und Gespräch mit Clemens Meyer (Innenhof des Bürgerpalais Stutterheim)
Samstag/Sonntag, 19./20. Mai 2012
Ort: Bürgersaal, Palais Stutterheim
Eintritt frei
mehr Infos