Fischers Fang
Was kann ein Buch alles sein? Ein Leporello, das sich über einen Meter entfaltet. Ein Buch mit Bildern, Texten, Fotografien, Videos oder Klängen. Ein Objekt, das man auffächern und von allen Seiten betrachten kann. Oder eine kleine Auflage, bei der jede einzelne Seite selbst ein Kunstwerk ist.
Mit Fischers Fang wird die umfangreiche Schenkung an Künstlerbüchern von Karl Manfred Fischer an die Stadt Erlangen erstmals vorgestellt. Seit den 1970er-Jahren hat Fischer rund 550 Künstlerbücher, Mappen, Bildwerke und Editionen zusammengetragen.
Künstlerbücher sind eine Schnittstelle zwischen Kunst und Literatur, zwischen Bild und Schrift. Sie sind eigenständige Kunstwerke, in denen das Buch selbst zum Medium und Objekt der künstlerischen Auseinandersetzung wird. Neben der klassischen Buchform gibt es Konzept- und Objektbücher, Collagen, Leporellos, Rollen, Lose-Blatt-Sammlungen, Intermedia-Boxen und Multiples aus unterschiedlichen Materialien – als Unikate oder in autorisierten Auflagen.
Die Ausstellung gibt einen ersten Einblick in Fischers Sammlung. Einen Schwerpunkt bildet dabei der Hybriden-Verlag von Hartmut Andryczuk mit künstlerischen Arbeiten von ihm selbst sowie von Kunstschaffenden wie der Tödlichen Doris, Elisabeth Masé und Lea Draeger. Darüber hinaus sind Ausgaben der von Uwe Warnke herausgegebenen Künstlerzeitschrift Entwerter/Oder, Werke von Wilhelm Schramm sowie weitere Editionen, Selbstverlage und regionale Positionen zu sehen.
Abb.: Ausgewählte Bücher aus der Sammlung Karl Manfred Fischers, Fotos: Kunstpalais