Ausstellung-Detailseite

30.07. – 23.10.2022

Mary Sibande. The Wake

Leuchtende Farben, lebensgroße Figuren und bildgewaltige Installationen – die Werke der Künstlerin Mary Sibande (* 1982 in Barberton, Südafrika) sind einnehmend auf den ersten Blick. In ihren ausdrucksstarken Skulpturen und Fotografien behandelt die Künstlerin Themen wie Rassismus, Geschlecht und Klassenungleichheit. Dabei verortet sie ihre biografisch geprägten Arbeiten im übergeordneten politischen und historischen Kontext Südafrikas und schlägt gleichzeitig einen Bogen zur allgemeingültigen Relevanz der Inhalte.

Im Zentrum von Mary Sibandes vielseitigem Werk steht die Frau. Vertreten durch ihr Alter Ego „Sophie“, das die Künstlerin als Skulptur maßgetreu ihrer eigenen Person nachempfunden hat, entspinnt sie eindringliche Erzählungen von Ungleichheit, Unterdrückung und Hass, aber auch von großer Stärke und Selbstbewusstsein. Im Frühwerk Sibandes trägt „Sophie“ das typische Blau-Weiß einer Hausmädchen-Uniform und wagt damit den biografischen Rückgriff in die Geschichte ihrer eigenen Familie vor dem Ende des Apartheidstaates. Mit dem Wechsel der Farbpalette ins Lila erklärt Sibande in ihrem Werk das politische Erwachen und nimmt direkten Bezug auf den „Purple Rain Protest“ 1989, als die Polizei Demonstranten mit lila Farbe aus Wasserwerfern markierte. In ihren aktuellen Arbeiten widmet sie sich der Farbe Rot als Zeichen der Wut der Südafrikaner angesichts andauernder Armut und Ungleichheit. Bildgewaltig und entwaffnend stellt sich ihre allgegenwärtige Protagonistin dem Betrachter entgegen und fordert so sanft wie drängend die Auseinandersetzung mit Themen wie Apartheid, dem Rollenbild der Frau und den Problemen des modernen Südafrika.

Mit der Ausstellung Mary Sibandes The Wake zeigt das Kunstpalais ab dem 30. Juli die erste institutionelle Einzelausstellung der international gefeierten Künstlerin im deutschsprachigen Raum.

 

Abbildung: Mary Sibande, The Locus, 2019, Inkjet to Hahnemühle Photo Rag, Diasec Mount 200 x 136 cm, © Mary Sibande

Vernissage: 29.07.2022
zurück