Ausstellung-Detailseite

19.06.–14.11.2021

Zuzanna Czebatul. The Happy Deppy Ecstasy Institute

In The Happy Deppy Ecstasy Institute, ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland, stellt Zuzanna Czebatul (* 1986 in Międzyrzecz, Polen) Fragen nach Macht, ihrer symbolischen Verkörperung und danach, wie Machtverhältnisse unsere soziale Wirklichkeit strukturieren. Für das Kunstpalais produziert die in Berlin lebende Bildhauerin nicht nur neue Skulpturen, sondern erstellt ein umfangreiches künstlerisches Raumprogramm, das sich wie eine Parodie auf real aufgeführte Endzeitspektakel lesen lässt. Mächtige Gaspipelines, mannshohe Türme aus Körperpanzern oder die Raubkopie eines Louvre-Fassadenteils spiegeln dabei Czebatuls Faszination für geopolitische Themen und monolithische Formen wider. Die sich in der Ausstellung überlagernden Diskurse um Macht- und Deutungsansprüche gleichen einer Signatur unserer Zeit.

Bei aller ästhetischen Wucht beschäftigen sich Czebatuls Werke vor allem mit den gerne verdrängten Aspekten unserer Produktions- und Lebensweise. Vor dem Horizont gegenwärtiger politischer, ökonomischer und ökologischer Krisen schöpft sie aus den Strategien einer vielstimmigen, emanzipatorischen Gegenkultur, ohne dabei der Versuchung moralischer Endgültigkeit zu erliegen. In Zeiten, in denen die Standbilder von Kolonisatoren geschleift und zugleich imperiale Schlösser rekonstruiert werden, stellen ihre Arbeiten geistreiche Anti-Monumente dar – Denkmäler einer noch zu errichtenden ideologiefreien Gesellschaft.

 

Abb.: Zuzanna Czebatul, (v.l.n.r.) Probably a Robbery, 2021, Polystyrol, Acrylgips, Pigmente, Holz, Metall, 315 x 195 x 88 cm; Time Cloud I – V, 2021, Öl auf Leinwand, je 200 x 150 cm; Godspeed (Start) & Godspeed (Stop), 2021, Polystyrol, Kunstharzlack, Polyvinylchlorid, Metall, Maße variabel, Courtesy the artist, Foto: Ludger Paffrath

Vernissage: 18.06.2021
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